Er hat lange gekämpft, ein stolzes Alter erreicht. Doch diesen allerletzten Kampf verlohr Heinz Kellner. Vor wenigen Tagen erlag der langjährige Erfolgstrainer von Aktivist Schwarze Pumpe einem Leiden.

Ende 1962 war der hochgewachsene Verteidiger vom Armeeclub Cottbus aus der DDR-Liga in die Bezirksliga gewechselt. Aber nicht als Spieler. Der 29-jährige Berufsoffizier übernahm die Elf als Trainer im Tabellenkeller und führte die Aktivist-Fußballer mit viel Disziplin Stück für Stück bis an die Tabellenspitze. Am 27. Juni 1965 schließlich stieg die Mannschaft nach einem 5:2 gegen Prenzlau in die DDR-Liga auf. Hoyerswerda war zum ersten Mal zweitklassig und Kellner jubelte: “Ich bin so stolz auf diese prächtige Kollektivleistung.”

Einmal noch gelang ihm mit seiner Mannschaft dieses Kunststück. Doch als Pumpe nach dem Aufstieg 1970 ebenfalls in der DDR-Liga auf Punktejagd ging und sogar beim damaligen Bezirksrivalen Energie Cottbus 2:1 siegte, war die Amtszeit von Heinz Kellner abrupt beendet. “Noch vor dem Derby in Cottbus habe ich von dem Plan der Rückstufung erfahren, bin sogar ins Zentralkomitee der SED nach Berlin gefahren”, erinnerte sich der Trainer später. Umsonst! Pumpe wurde offiziell wegen “Verletzungen der Prinzipien der sozialistischen Gesellschaft” zurück in die Bezirksliga verbannt, Kellner gefeuert. Dabei hatte der Verein nur wie andere Mannschaften auch das Training auf offizielle Arbeitszeiten ausgedehnt.

Es blieb zeitlebens die größte Niederlage des sonst so erfolgreichen Fußball-Lehrers, der das Jahnstadion fortan mied. Heinz Kellner, denn Freunde nur “Seppl” riefen, wurde 82 Jahre alt.

Repro Aufstiegsteam1-6465 Trainer Heinz Kellner (hinten links) bei seinem ersten großen Erfolg, nach dem Aufstiegsspiel gegen Lok Prenzlau am 27. Juni 1965 Repro: Werner Müller

Trainer Heinz Kellner (hinten links) bei seinem ersten großen Erfolg, nach dem Aufstiegsspiel gegen Lok Prenzlau am 27. Juni 1965

Text/Bild: Werner Müller